Abriss wurde zum kleinen Volksfest

 

Mehr als 520 Besucher waren gekommen, um Abschied zu nehmen

LICH - (atb). Noch überraschender als der große Rumms, mit dem die alte Licher Feldscheuer zusammenkrachte, war der Besucherandrang zur Abrissparty.

Zwar war man gestern gut vorbereitet, ein großes Zelt mit hübsch dekorierten Tischen und Bänken stand am Breuerbergsweiher unterhalb der Scheune vor blühenden Bäumen bereit. Bayrischer Obatzter, leckere Salamis und Brezeln, dazu kistenweise Getränke lockten. Doch als Jörg Fischer, Chef der Gesellschaft für Immobilien und Handel in Linden (GHI) und Projektentwickler des Baugebiets „Breuerbergsweiher“, die über 520 Besucher sah, die den Abriss der Scheune miterleben und beim Fest mitmachen wollten, machte er doch große Augen, obwohl er selbst die Idee zum Fest gehabt hatte.

Die Besucher, darunter Lichs Bürgermeister Bernd Klein, die Stadträte, Politiker, viele ältere, alteingesessene Bürger, aber auch Familien mit Kindern, beteiligte Firmen und offenkundig viele Gäste von außerhalb sowie das gesamte GHI-Team verfolgten aufmerksam, wie zwei große Bagger mit ihren Greifarmen nach dem Holzbau griffen.

Zunächst wurden einzelne Teile entfernt. Dann schoben und drückten die Geräte unter Anleitung von Ulrich Weber, Chef von Hoch-Tiefbau Weber Rechtenbach und Gesellschafter bei GHI, die Scheune, bis sie diese mit einem lauten Krachen und einer gewaltigen Staubwolke zum Einstürzen brachten und mit einem Mal der Licher Stadtturm vom Weiher aus sichtbar wurde, dann folgte Applaus.

Auch eine weitere Idee kam gut an – das Gästebuch. Eine fast 20 Meter lange Schlange bildete sich vor dem Buch, denn jeder wollte sich für den guten Zweck eintragen. Für jede Unterschrift spendet die GHI fünf Euro für Kindergartenspielgeräte. Wie viele Unterschriften genau im Buch landeten, wurde noch nicht bekannt gegeben. „Die Spannung soll noch ein bisschen wachsen“, zwinkerte Fischer.

Noch ein Highlight lockte: ein Kinderkarussell. Die Kinder strahlten, die Eltern auch, während der Nachwuchs begeistert Kreise drehte.

Der GHI gelang es, einen eigentlich einfachen Abriss zu einem kleinen Volksfest zu machen, das dem Wiesn-fest in Pohlheim sicher den ein oder anderen Gast kostete.

Bürgermeister Klein und GHI-Chef Fischer rührten die Werbetrommel für die Unterschriften im Scheunenbuch. Dann setzten sie beide ihre Unterschriften in dasselbe.

Nach dem Abriss blieben die Gäste gemütlich bis etwa 17 Uhr zusammen und feierten. Im Festzelt gab es eine Ausstellung mit Grafiken und Plänen zum neuen Bau. Viele Gäste machten einen Spaziergang am See.

Immer wieder sah man auch Einzelne, die vor den Resten der Scheune stehenblieben und sich wohl ihre Vorstellung von der Zukunft mit Betreutem Wohnen, Senioren-Pflegeheim und vielen neuen Häuschen machten.

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