Abrissparty am Licher Stadtrand

 

Lich (no). Hunderte feierten am Freitag den Abriss einer nahezu 100-jährigen Feldscheune am Licher Stadtrand. Was sich hier abspielte, hätte jedem kleineren Ort zur großen Kirmes gereicht. Für Lich wurde ein weiteres Kapitel Zukunft fortgeschrieben.

Nicht um ein baufälliges Rathaus ging es oder eine alte Kirche, nicht um eine Schule von früher oder eine Kulturhalle, die nicht mehr taugt. Freibier und Sprudelwasser flossen zum deftigen Imbiss aber keineswegs, um eines Abschieds wegen den Kummer zu ertränken: Die Gläser erklangen zum Prosit und bei allseits bester Laune, weil gestern am Stadtrand ein weiteres Kapitel Licher Zukunft fortgeschrieben wurde, das dazu angetan ist, die der Stadt und ihrer Bürgerschaft eigene Dynamik zu verstärken.

Am Breuerberg entstehen in den nächsten Monaten und Jahren ein Seniorenwohn- und -pflegeheim, eine Wohnanlage für betreutes Wohnen, zudem auf gut 40 Grundstücken private Wohnhäuser und eine Generationen übergreifend nutzbare Spiel- und Aufenthaltsfläche, ein Treffpunkt. Nicht zu vergessen die angestrebte kleine Brücke über den Albach. Investor Jörg Fischer von der Lindener Gesellschaft für Immobilien und Handel bezifferte die zu erwartende Investitionssumme mit rund 30 Millionen Euro. Das sei schon »ein kleines Konjunkturpaket«. Ein klein wenig schüttete er Wasser in den Wein der Festtagsfreude: Alle Grundstücke sind verkauft oder mindestens reserviert! Fischer, von Haus aus »Watzenbörner«, aber längst in Lich wohnhaft, lobte die Stadt über den grünen Klee: Diese geballte Infrastruktur an einem Ort, finde sich selten im stadtnahen ländlichen Raum.

Bürgermeister Bernd Klein und dessen Magistrat klang’s wie Musik in den Ohren. Der Rathauschef seinerseits erinnerte zudem an den weiteren Invest-Schwerpunkt auf der anderen Seite der Kirchhofsgasse und warb generell für die kleinräumliche Fernwärme, mit der man die Areale erschließe: Diese zu nutzen, sei ökologisch wie okonomisch vernünftig – und öffne die Türen zu den zinsgünstigen KfW-Krediten. Die zahllosen Besucher waren gehalten, sich in ein »Abrissbuch« einzutragen. Fischer versprach, der Stadtkasse pro Gast fünf Euro zu überweisen – damit die davon neue Geräte auf Kinderspielplätzen kaufen könne.

 

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