Acht Spaten für den Neuanfang

"Innovationszentrum" startet mit Verspätung, aber zügigem Zeitplan

Langenselbold (rh/rb). Ihm dürfte gewissermaßen auch eine Schippe vom Herzen gefallen sein: Langenselbolds Bürgermeister Jörg Muth (CDU). "Es war ein schweres Projekt mit vielen Unebenheiten. Jetzt aber, am Schluss, überwiegt Freude", sagte das Stadtoberhaupt gestern beim symbolischen Spatenstich für das "Innovationszentrum" in der Ringstraße.

Gemeinsam mit Vertretern des Investors und Bauherren GHI aus Linden, sowie den Volksbanken, einigen der zukünftigen Mieter des neuen Zentrums, sowie Mitgliedern des Magistrats, startete er damit die Bauphase für das auf rund zehn Millionen Euro veranschlagte Projekt, das nun bereits im Juni 2016 den Mietern übergeben werden soll.

Lange Zeit hatte sich nichts getan auf dem bereits im vergangenen Jahr fertig gestellten Planum, war der Baubeginn immer wieder verzögert worden. "Die Lage am Baumarkt ist derzeit buchstäblich heiß", hatte Erhard Seipp von der "Gesellschaft für Handel und Immobilien GmbH" (GHI) aus Linden bei Gießen noch vor wenigen Wochen bei einer Baustellenbegehung verkündet. So entschied sich der Projektierer, der Objekte in ähnlichen Größenordnungen in ganz Deutschland baut, für eine Einzelgewerkvergabe. Ein Generalunternehmer hätte wohl auch den gesetzten Projektrahmen gesprengt, bei den derzeitigen Preisen am Markt.

Die Firma "AuD Bauplanung GmbH" aus Alsfeld hat nun die Ausführungsplanung und Bauleitung inne, neben dem Lindener Büro Kolmer & Fischer, das auch die erweiterten Bushaltestellen nach dem vom Langenselbolder Stadtparlament jüngst verabschiedeten Konzept in Angriff nimmt. Die Erschließungs-, Gründungs- und Rohbauarbeiten führen die Baufirmen Lech und Maurer aus. Die Planung der technischen und Gebäudeausstattung obliegt dem Bad Hersfelder "DHB Ingenieurbüro".

Jörg Fischer von der GHI bekräftigte in seiner Ansprache bei der kleinen Feier anlässlich des Spatenstichs, seine Gesellschaft habe sich ganz dem Projekt auf dem 10 000-Quadratmeter-Grundstück verschrieben und betrachte das Konzept, ein Gewerbezentrum mit Einzelhandel, Arztpraxen und sozialer Dienstleistung nicht "Irgendwo auf der grünen Wiese, sondern mitten in der Stadt", zu bauen, als äußerst attraktiv.

Dies verdiene auch den Begriff "innovativ", denn ähnliche Projekte gäbe es nicht gerade in Massen. Rund 5300 Quadratmeter Mietfläche entstehen nach Fischers Worten im Innovationszentrum, mit einem "idealen Mietermix aus Rewe, dem Ankermieter, dem dm-Drogeriemarkt, NKD aus der Textilbranche, Apotheke, Reinigung, Sanitätshaus, Optiker, Mobiler Pflege, Tagespflege, Psychologen und Heilpraktiker".

Gerade auf die sozialen und medizinischen Komponenten legte auch Muth in seiner Ansprache Gewicht. Die Art und Weise der geplanten Nutzung bezeichnete er als "nachhaltig", auch Bürger aus umliegenden Kommunen würden das Innovationszentrum anfahren und nutzen, beispielsweise im Rahmen der Tagespflege. Er habe "ein dickes Brett gebohrt, denn es war nicht leicht, für diese Kombination auch einen Investor zu finden, der da mitzieht", sagte Muth.

Er dankte der GHI für die "gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit, die in der Krise begonnen hatte". Der Dank des Bürgermeisters galt auch der Bauaufsicht des Kreises, die in allen Fragen der Baugenehmigung konstruktiv mitgewirkt habe, sowie den Mitarbeitern im eigenen Hause, die einen "guten Job" gemacht hätten. Und zu guter Letzt richtete Muth auch Dank an die Parteien, die mitgeholfen hatten, das Projekt zu realisieren.

 

Ein Artikel der Langenselbolder Zeitung vom 13.08.2015

Zurück