"Ein sehr dickes Brett gebohrt"

Spatenstich am Langenselbolder Innovationszentrum / Mieter sollen kommenden Juni einziehen

Langenselbold - (tmb). "Ein schöner Tag für Langenselbold", befand gestern Bürgermeister Jörg Muth anlässlich des Spatenstichs zum Innovationszentrum in der Gartenstraße. Lange genug hat es schließlich gedauert, bis das Projekt an diesem Punkt angelangt ist. Nun beginnen die Erschließungs-, Gründungs- und Rohbauarbeiten; Übergabe an die Mieter soll im Juni 2016 sein.

"Es ist angerichtet", freute sich Jörg Fischer, Geschäftsführer der Firma GHI (Gesellschaft für Handel und Immobilien) aus Linden. Der Bauherr und Investor kam als Quereinsteiger zu dem Langenselbolder Projekt hinzu und habe "noch einiges zu lösen und zu klären" gehabt. Immerhin werde hier ein erheblicher Aufwand betrieben: Auf 10 000 Quadratmetern werden rund 10,5 Millionen Euro investiert, und das für ein ganz besonderes Projekt, das auch für die bundesweit agierende GHI ungewöhnlich sei. Der Innovationscharakter sei klar: Während im Erdgeschoss des künftigen Gebäudes Ankermieter Rewe, eine dm-Drogeie, NKD, eine Apotheke, eine Reinigung, ein Sanitätshaus und ein Optiker Platz finden, sollen oben Ärzte, Mobile Pflege, Tagespflege, Psychologe und Heilpraktiker angesiedelt werden; die Mietfläche umfasst 5 300 Quadratmeter. Fischer dankte der Stadt- und Kreisverwaltung für die gute Zusammenarbeit, die es ermöglicht habe, zügig Baurecht herzustellen.

Auch Bürgermeister Jörg Muth freute sich über eine konstruktive und vertrauensvolle Kooperation mit dem Investor, aber auch mit dem Regierungspräsidium und dem Bauamt - beide hätten stets hinter dem Projekt gestanden und ihm den nötigen Spielraum gegeben. Außerdem dankte er jenen politischen Gremien, die dieses Vorhaben stets positiv begleitet hätten. Er habe mit diesem Bauvorhaben "ein sehr dickes Brett gebohrt", und es sei nicht einfach gewesen, bei den Planungen allen gerecht zu werden.

"Diese Fläche hier hätten wir gar nicht anders nutzen können und dürfen", betonte Muth. Das Innovationszentrum - nach den 27 barrierefreien Wohnungen in direkter Nachbarschaft der zweite Bauabschnitt des Projektes in der Ringstraße - sei ein "wichtiger Baustein für die Zentralität der Stadt". Der dritte Teil des Projektes, die Umgestaltung des Busbahnhofes in der Ringstraße, werde parallel abgewickelt. Viele Neuerungen in der Energietechnik würden berücksichtigt - so solle es Elektro-Tankstellen geben, und auch was die Gebäudetechnik oder Photovoltaikanlagen auf dem Dach angehe, sei das Projekt auf einem modernen Stand. Muth ist sich sicher, dass das Innovationszentrum nach seiner Fertigstellung die entsprechende Wertschätzung der Bürger erfahre - und nicht nur die der Langenselbolder, denn die Tagespflegeeinrichtung könne auch für Menschen aus dem Umland interessant sein.

"Es war ein schweres Projekt, aber wer es aushält und den Willen hat, etwas umzusetzen, freut sich am Ende über einen solchen Spatenstich."

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